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Gerhard Snaga gestorben


Der MVBN trauert um seinen Ehrenpräsidenten Gerhard Snaga

                                                           Am Montag erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Ehrenpräsident Gerhard Snaga am Morgen des 29. Juni plötzlich und unerwartet in seinem Zuhause verstorben ist.
Mit ihm verliert der MVBN seinen Mitbegründer und vorausschauenden Vorsitzenden durch viele Jahrzehnte.
Ein Rückblick auf eine mehr als erfolgreiche Amtszeit:

Am 1. Dezember 1960 begrüßte der 1. Sportclub für Miniaturgolf Hannover von 1960 (1.SCMGH) ein neues Mitglied. Sein Name war Gerhard Snaga. Schon bald genügte dem jungen Gerhard nicht nur das Minigolfspiel. Nein, er wollte auch mitgestalten. Da es des Öfteren Auseinandersetzungen über die Auslegung der damals geltenden Spielregeln im Trainings- und Wettkampfbetrieb gab, entstand bei dem jungen Neumitglied der Wunsch, eindeutige Reglementierungen für den Trainings- und Spielbetrieb zu schaffen. Schon bald gehörte er als Schriftführer dem Vorstand seines Vereines an.


Maßgeblich war er im darauffolgenden Jahr an der Gründung eines niedersächsischen Landesverbandes beteiligt. Als Teilnehmer einer Hauptversammlung des DAMS (Deutscher Allgemeiner Miniaturgolf- Sportverband) wurde ihm sehr schnell klar, welche Vorteile die Gründung eines bislang nicht existenten eigenen Landesverbandes bringen könnte. Der 17. November 1961 gilt als Geburtstag des damaligen NiMS (Niedersächsischer Miniaturgolf-Sportverband). Die Satzung trug seine Handschrift.

Am 2. Februar 1962 fand in Syke, einem kleinen Ort nahe Bremen, der erste Landesverbandstag statt. Gerne erzählte Gerd diese Anekdote:“ Von Hannover ging es im 30 km/h-Tempo über fingerdickes Glatteis nach Syke. Gestreut wurde damals noch nicht!“ Der von Gerhard Snaga erarbeitete Satzungsentwurf wurde einstimmig angenommen und die Vereinsvertreter wählten diesen rührigen Mann zum stellvertretenden Vorsitzenden und Schriftführer.

Bereits am 26. Januar 1963 begann auf einem außerordentlichen Landesverbandstag die Ära Snaga als Vorsitzender des niedersächsischen Landesverbandes. Es sollte jedoch nicht nur bei der Arbeit für die mittlerweile stetig ansteigende Zahl niedersächsischer Vereine bleiben. Nur einige Monate zuvor hatte er sich als Schriftführer in den Dachverband wählen lassen und konnte nun auch über diese Schiene seinem „Regulierungsdrang“ (O-Ton Snaga) nachgehen.
Hätte es den Ausdruck workaholic damals schon gegeben, so wäre er für Gerd sehr passend gewesen. In den Folgejahren bekleidete er Ämter in seinem Verein, führte den Landesverband, arbeitete im Bundesverband und brachte ab 1971 sein Wissen auch im Weltverband ein.

Wichtig war ihm die Nähe zu seinen in Niedersachsen verstreuten Vereinen. Er hörte sich Klagen und Verbesserungsvorschläge an, fragte wo der Schuh drückt und brachte die Sorgen und seine Abhilfevorschläge bei den nächsten Tagungen auf den Tisch.
Er reiste im Verband umher und unterstützte Vereinsgründungen. Um den Vereinen dabei Hilfestellung leisten zu können, entwarf er Gründungsprotokolle und Satzungsmuster.
In Gerd Snagas Ägide wurden erstmals Trainingsausweise eingeführt und den Vereinen die Ausrichtung von Jedermannturnieren ans Herz gelegt. Er war ein Mann mit Weitblick und erkannte die Zeichen seiner Zeit.
Dem immer praktisch denkenden Snaga war es wichtig, auch Spieler zu animieren, das Regelwerk zu erlernen und mit Prüfungen ihr Wissen zu bekunden. Turnierleiterlehrgänge wurden angeboten. Eine Turnierleitermappe war der Vorläufer des heutigen Leitfadens.

Doch nicht nur die Administrative wurde auf Vordermann gebracht. Auch im Leben der Sportler sollte sich manches ändern. Um den Aktiven die Grundlagen für erfolgreiches Abschneiden auch im höheren Leistungsbereich zu geben, wurden zur Steigerung der Kondition und Ausdauer die Ranglistenturniere auf 12 Runden ausgeweitet (an einem Tag!). Gerd Snaga war ein Wegbereiter des modernen Minigolfsports.
1974 beschloss der Landesverbandstag seinen Verband in NBGV (Niedersächsischer Bahnengolf-Verband) umzubenennen.

Ein weiterer Höhepunkt in seiner Amtszeit war die Planung und der Bau des MVBN-Minigolfleistungszentrums auf dem Mühlenberg in Hannover.

Zahlreiche nationale und internationale Meisterschaften wurden durch ihn und seine Ehefrau Herma in Hannover und Bad Münder erfolgreich organisiert.

Am 24. Februar 2002, nach 39 Jahren als Verbandsvorsitzender, reichte Gerhard Snaga den Staffelstab an seinen Nachfolger weiter.

Ein Zitat aus Gerds Abschlußrede am letzten Sonntag im Februar 2002: „Nicht alles habe ich allein ausgearbeitet. So manche Idee kam von meiner Frau. Sie war und ist meine engste Mitarbeiterin. Wir sind übrigens das erste (heute gibt es viele) Minigolf-Ehepaar, das sich beim Minigolfen auch kennengelernt hat!“
Minigolf und die ehrenamtliche Verbandsarbeit nahmen für Gerd Snaga zusammen mit seiner Frau Herma einen riesengroßen Teil seines Lebens ein.

Auch nach seinem Rücktritt blieb er dem Minigolfsport sowie seinem Verband  eng verbunden. Seine Ratschläge und sein stilles Wirken im Hintergrund haben dem Verband geholfen und so manchem Nachfolger seine Arbeit erleichtert.
Gerd war ein Visionär, er hatte Urteilskraft, ein ungeheures Wissen und immer auch die Bereitschaft, in Krisen Wege aufzuzeigen und wenn nötig zu vermitteln.

Als Dank und Anerkennung für seine Verdienste wurde Gerhard Snaga 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Nun heißt es Abschied zu nehmen. Abschied von einem Mann, der den MVBN sicher durch die Fahrwasser von fast 40 Jahren geleitet hat.

Die Mitglieder und das Präsidium verneigen sich in tiefer Trauer und Dankbarkeit vor ihrem MVBN- und DMV-Ehrenpräsidenten.


Wir wünschen seiner Herma, Marion und den Enkelkindern viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.

Mach´s gut Gerd!










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